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Leseprobe: Das Monogamie-Gen

Leseprobe zu Den Liebescode begreifen, Neuerscheinung, Ute Karnahl über das Monogamie-Gen der Paarliebe

Das Monogamie-Gen

Die ersten Forschungen zum Monogamie-Gen wurden an der Präriewühlmaus gemacht. Nachdem sie sich begegnen haben sie die ersten 24 Stunden nahezu ununterbrochen miteinander Sex. Wenn Männchen mindestens 24 Stunden mit einem Weibchen verbringen, ist es ihnen vertraut und wird weiterhin bevorzugt. Danach leben die beiden Präriewühlmäuse in 75 % der Fälle monogam bis zum Tod.

 

Wissenschaftler entdeckten ein bestimmtes längeres Gen für das Hormon Vasopressin bei den Wühlmausmännchen als Auslöser der Monogamie entdeckt. Dabei führt die längste Genvariante zu den zuverlässigsten und treuesten und friedfertigsten Männchen. 

 

Auch bei Schimpansen und Bonoboaffen sind verschiedene Längenvarianten des Gens mit dem entsprechendem unterschiedlichen Verhalten vorhanden. Schimpansen haben die kürzeste Form, daher werden ihre Rudel von Männchen geführt, die z.T. Kämpfe gegen Nachbargruppen führen. Bonoboaffen haben eine längere Version des Gens - ihre Gruppen werden von Weibchen geführt. Sie sind bekannt für ungewöhnlich intensive soziale und sexuelle Kontakte und für ihre ausgeprägte Friedfertigkeit. Bonoboaffen nutzen Sex, um Spannungen aus der Welt zu schaffen und soziale Bindungen zu festigen. Bei Begegnungen mit fremden Gruppen zeigen sie zuerst etwas Angst, mehr aber noch Neugier. Dann aber kommen die Weibchen und laden die fremden Affen ein, sich zu lieben.

 

Menschen haben 17 Längenvarianten. Das menschliche Gen ähnelt in Länge stärker den Bonobos als den Schimpansen.

Dieser Umstand hat wahrscheinlich zu einem entscheidenden Fortschritt in der Entwicklung der Menschheit geführt. Eine Längenvergrößerung des Gens hat zu einer engen monogamen Paarbindung und starkem Schutz- und Fürsorgeinstinkt bei Männern geführt, was die Überlebenschancen der Nachkommen vergrößerte. Und es hat dazu geführt, dass die weiblichen Eigenschaften von Liebe, Fürsorge und Friedfertigkeit als die wichtigsten in der sozialen Gruppe angesehen wurden, so dass Weibchen die Führung der Gruppen erhielten.

 

Dank dieser Genvariante wurde es für Männchen möglich, enge soziale Beziehungen und Bindung zu leben und sich an der Aufzucht der Nachkommen zu beteiligen. Dieses engverbundene soziale Leben von Primaten als Paar, mit beiden Eltern in der Sorge um den Nachwuchs und mit den fürsorglichen Frauen als Führerinnn hat in der Evolution den größten Erfolg gehabt, daher sind daraus Menschen hervorgegangen.

 

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